Schmerz und Emotionen stammen aus den gleichen Hirnarealen

Sehr interessante Aufschlüsse zu chronischen Schmerzen lesen sich im « Gesund leben » Magazins des Stern. « Wie stark wir Schmerzen erleben, hängt sehr oft von unserer Psyche ab » und « Je gelassener der Mensch, umso weniger nerven die Beschwerden ». Klingt ja alles (alt)klug und schön, aber was nimmt ein chronisch Leidender davon in den Alltag mit? Schmerzmatrix reloaded

Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Pein und Psyche liefert die Hirnforschung. Im Tomografen leuchtet die gleiche Region auf bei Emotionen wie Trauer, Einsamkeit und Angst wie bei Körperschmerz. Roland von Känel, Leiter Psychosomatik am Inselspital in Bern interpretiert so « Schmerzerleben und Emotion arbeiten in identischen Hirnarealen. Es gibt daher keinen Schmerz ohne Gefühl. » Das gemeinsame Schmerzgebiet ist Teil der sogenannten Schmerzmatrix. Diese besteht aus mehreren Hirnregionen, dem Rückenmark und Rezeptoren in den Randregionen des Körpers. Alle zusammen bringen das Schmerzerlebnis hervor.

Umprogrammieren!

Halten die physischen Schmerzen über lange Zeit an, werden Teile dieser Matrix umgebaut; das Risiko für chronische Schmerzleiden steigt. Doch diese neurologischen Veränderungen lassen sich mit neuen, angenehmeren Erfahrungen überschreiben. Der Körper kann also durchaus umlernen, wenn man ihm dabei hilft.

Die multimodale Schmerztherapie wie sie in Schmerzkliniken angewendet wird, kann den Teufelskreis durchbrechen. Sie nimmt Körper, Geist und Seele gleichermassen ins Visier. Statt der Morphine helfen enge Begleitung durch Psychologen. Und insbesondere der Mut zur Bewegung ist für viele Patienten der Schlüssel. Weil nichts der Seele besser hilft als Bewegung. Der Gelenkschmerz lässt nach, wenn wir aktiv sind, wenn wir unsere Sache so gut wie möglich selbst an die Hand nehmen, wenn wir uns neu orientieren.

 

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